Coincidentia oppositorum

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Die Lehre von der coincidentia oppositorum (lat.: Zusammenfall der Gegensätze) meint die bewusste Verneinung der Gegensätze im Hinblick auf Gott.

Die Koinzidenz ist der Grundgedanke der Philosophie von Nikolaus von Kues, auch Cusanus genannt, der sie mit Beispielen aus der Geometrie belegt. Im Nachwort des 3. Buches der De docta ignorantia schreibt er:

All unsere geistige Anstrengung muss darauf gerichtet sein, die einfache Einheit zu erreichen, in der die Widersprüche zusammenfallen (lateinisches Originalzitat: ubi contradictoria coincidunt). Damit ist letztlich die spekulative Aufhebung des rationalen Unterscheidungsvermögens gemeint.

Das ist durchaus eine Theorie der Einheit in der parmenideischen-platonischen Tradition, neu ist jedoch, dass diese Metaphysik begründet wird durch die Idee der Koinzidenz, die die Methode ist, um die unendliche Einheit zu schauen. Erst aufgrund der Theorie der Koinzidenz könne man verstehen, was Einheit meint.

Für Cusanus besteht alles Existierende als Kreuzungspunkt der äußersten Gegensätze. Gott ist dabei sowohl das absolute Maximum - z.B. allmächtig, allwissend, ewig - als auch das absolute Minimum, weil er in allen Dingen enthalten ist.

Cusanus will damit die Eigenart der Vernunfteinsicht (letztlich Einsicht in Gott, visio intellectualis) gegenüber der Verstandeseinsicht (vigor rationis) betonen. Mit Hilfe der Koinzidenzlehre erhält man eine "Brille", so dass die Vernunft das sehen kann, was dem Verstand verschlossen bleibt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Kurt Flasch: „Nikolaus von Kues: Die Idee der Koinzidenz“, in: J. Speck (Hg.): Grundprobleme der großen Philosophen. Philosophie des Altertums und des Mittelalters, Göttingen 1992, S. 221-261

[Bearbeiten] Siehe auch

Alleinheit, Vision, Mystik, Unio Mystica, Monismus, Pantheismus, Panentheismus, Theismus,

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