Magnus Hundt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Magnus Hundt (* 1449 in Magdeburg (?), † 1519 in Meißen, auch Magnus Hund und Magnus Canis) war ein deutscher Philosoph, Arzt (Anatom) und Theologe.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Magnus Hundt immatrikulierte sich 1482 an der Universität Leipzig, studierte dort zunächst Philosophie, später auch Medizin und Theologie. 1483 wurde er dort zum Baccalaureus artium und 1486 zum Magister artium ernannt. 1497 wurde er dort Dekan der Artistenfakultät und 1499 Rektor der Universität. 1510 erwarb er sich den Doktortitel der Theologie an der Universität Meißen. Zuletzt lebte und arbeitete Hundt als Theologe und Domherr in Meißen, wo er 1519 starb. Magnus Hundt gilt gemeinsam mit Otto Casmann als Begründer der modernen Anthropologie.

In Hundts Hauptwerk „Anthropologium de hominis dignitate, natura et proprietatibus“ (1501) taucht erstmalig der Terminus technicus „Anthropologie“ auf. [1] Das Werk, das eine Gesamtschau des Menschen bieten will, stellt diesen gemäß seiner doppelten Natur sehr dualistisch in seiner körperlich-materiellen und in seiner geistig-seelischen Bedingt- und Verfasstheit dar. „Die geistige Komponente hat dabei offensichtlich ein Übergewicht; denn als „Bild Gottes“ kann der Mensch nur in seiner seelischen Verfaßtheit gelten. (Homo est dei imago secundum animam.).“ Diese Schlüsselstellung des Menschen geht bei Hundt noch auf die alte Vorstellung zurück, die den Menschen als Knotenpunkt zwischen Schöpfer und Schöpfung sieht. „Homo est dei et mundi nodus.“ Hierher bezieht der Mensch seinen Rang und seine Würde.

Bei Otto Casmann erscheint der Terminus technicus „Anthropologie“ später weitaus dezidierter und schärfer gefasst als bei Magnus Hundt. Hundt und Casmann gelten aufgrund der geschilderten Begriffsgeschichte als Begründer der modernen Anthropologie.[2]

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. ↑ Paul Chummar Chittilappilly: Zwischen Kosmos und Zeit - Medizinische Anthropologie bei Heinrich Schipperges, Zum Gespräch zwischen Medizin und Ethik (Frankfurter Beiträge zur Geschichte und Ethik der Medizin, Band 14), p. 148, Hildesheim 2000 (Georg Olms Verlag), ISBN 3487112639
  2. ↑ Abschnitt nach: Heinrich Schipperges: Krankheit und Kranksein im Spiegel der Geschichte. Heidelberg, 1999, S. 86f. ISBN 3540657851

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen


Original-Page: Magnus Hundt – Wikipedia
 Web-Blaster V2.21 Close Webblaster Floater
The page now displayed was connected to the database of the Assoziations-Blaster (Deutsche Version) through filtering it with the Web-Blaster.

The whole process takes place in real time and no data from other servers is saved anywhere.

In order to see this page without the filter and loaded from its original server, the Webblaster must be turned off.

Turn Off Webblaster