Mexiko
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| Estados Unidos Mexicanos Vereinigte Mexikanische Staaten |
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| Amtssprache | Spanisch (de facto), seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt | ||||
| Hauptstadt | Mexiko-Stadt | ||||
| Staatsform | Präsidiale Bundesrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident Felipe Calderón Hinojosa | ||||
| Fläche | 1.972.550 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 109.960.000 (2008)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 55,7 Einwohner pro km² | ||||
| BIP nominal (2007)[2] | 893.365Mio.US$ (15.) | ||||
| BIP/Einwohner | 8.479US$ (59.) | ||||
| HDI | 0,829 (52.) | ||||
| Währung | Mexikanischer Peso | ||||
| Unabhängigkeit | 1810 erklärt, 1821 anerkannt | ||||
| Nationalhymne | Himno Nacional Mexicano | ||||
| Zeitzone | UTC -6 bis -8 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | MEX | ||||
| Internet-TLD | .mx | ||||
| Telefonvorwahl | +52 | ||||
Mexiko (Spanisch: México, amtlich Vereinigte Mexikanische Staaten, span. Estados Unidos Mexicanos, worttreue Übersetzung: Mexikanische Vereinigte Staaten) ist ein Staat in Nordamerika. Es grenzt im Norden an die Vereinigten Staaten von Amerika und im Süden an Belize und Guatemala. Westlich liegt der Pazifik, im Osten der Golf von Mexiko sowie das Karibische Meer, beides Randmeere des Atlantiks.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Der größte Teil von Mexiko (88%) ist dem nordamerikanischen Kontinent zugeordnet, während der südliche Teil bereits zur zentralamerikanischen Landbrücke zählt. Das Land ist mit einer Fläche von 1.972.550km², wovon 1.923.040km² auf Land und 49.510km² auf Wasser entfallen, mehr als sechsmal so groß wie Deutschland.
Im Norden grenzt Mexiko an die USA und im Südosten an Guatemala und Belize. Es besitzt zudem 12.540km Meeresküste, davon 8.200km am Pazifik und 3.200km am Atlantik. Ab der Küste seewärts besitzt Mexiko bis 200Seemeilen (370km) exklusive Nutzungsrechte.
Der höchste Punkt Mexikos ist mit 5.700Meter der auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz liegende Vulkan Citlaltépetl und der tiefste Punkt mit 10Meter unter dem Meeresspiegel Mexicali, die Hauptstadt des Bundesstaates Baja California.
Die größten Städte Mexikos sind mit jeweils mehr als einer Million Einwohner Mexiko-Stadt, Guadalajara, Ecatepec de Morelos, Puebla, Nezahualcóyotl, Ciudad Juárez, Tijuana, León, Monterrey und Zapopan.
Siehe auch: Liste der Städte in Mexiko
[Bearbeiten] Klima
Mexiko ist ein klimatisch vielgestaltiges Land, das sowohl über subtropisches und alpines Klima als auch über Wüstenklima verfügt. Es gehört somit in den Übergangsbereich der sommerfeuchten äußeren Tropen mit 8–10 humiden Monaten im Südosten des Landes über die ganzjährig ariden Subtropen im Bereich des Wendekreises, bis zum Winterregenklima Kaliforniens, das im äußersten Westen (Baja California) gerade noch wirksam wird.
[Bearbeiten] Räumliche Gliederung
Der größte Teil Mexikos besteht aus einem Hochlandblock, der an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden Faltenzügen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des Tertiärs auf. Beide erscheinen von den hügeligen Küstentiefländern aus als hohe Gebirgsmauern.
Das Hochland ist in weite Beckenlandschaften gegliedert. Diese erreichen an der Grenze zu den USA 1.200m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schließt sich südlich die Cordillera Neovolcánica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des Pliozän bis Quartär besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusätzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprägt ist. Sie bildet den Südrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1.000m tief zur Senke des Río Balsas abbricht. Im Süden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel Yucatán, deren größter Teil zu Mexiko gehört. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem Tertiär aus dem Meer herausgehoben wurde.
Die höchsten Vulkane des Landes sind der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba genannt), der mit 5.700m gleichzeitig der höchste Berg in Mexiko ist, der derzeit aktive Popocatépetl mit 5.452m und der Iztaccíhuatl mit 5.286m.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 60% Mestizen, 30% indigenen Völkern (nach anderen Angaben 13% beziehungsweise 7%, unter anderem Maya und Nahua, Nachkommen der Azteken) und etwa 9% Europäischstämmigen (meist Spanier). Das übrige 1% Prozent bilden Bevölkerungsgruppen anderer Abstammung (größtenteils aus Afrika).
Nach der Volkszählung 2005 sprechen 5,8% der Bevölkerung indigene Sprachen. Weniger als 1% sprechen kein Spanisch.[1] Die meist gesprochenen Sprachen sind Nahuatl (etwa 1,6 Millionen) und Mayathan (etwa 900.000). Seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt. Insgesamt werden in Mexiko 291 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.
Die Mehrheit der schwarzen Mexikaner ging in den letzten 200Jahren innerhalb der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der Westküste sind jedoch noch einige von ihnen zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der Nähe von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.
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[Bearbeiten] Religion
87% der Mexikaner sind Katholiken.[3] Daneben gibt es eine wachsende protestantische Minderheit (7,5%). 3,5% der Bevölkerung bezeichnen sich als keiner Religionsgemeinschaft angehörig und lediglich 0,36% entfallen auf andere Religionen, darunter auch die Muslime in Mexiko. Die Religion hat in gewissen Schichten der mexikanischen Gesellschaft eine große Bedeutung, vor allem unter der ländlichen Bevölkerung und viel weniger für die Einwohner der Großstädte.
[Bearbeiten] Bildung
Es besteht eine Schulpflicht ab dem Alter von 6 Jahren. Der Besuch der staatlichen Grundschulen ist kostenlos. Die Alphabetisierungsrate beträgt 90,5%, dennoch gibt es noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Es gibt im Land zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Universitäten, z.Bsp. die Mexikanische Akademie der Wissenschaften oder die Universidad Nacional Autónoma de México, die größte Universität des Landes.
[Bearbeiten] Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Mexikos
In den Jahren 1517 und 1518 erreichen die ersten spanischen Expeditionen unter Francisco Hernández de Córdoba und Juan de Grijalva die Halbinsel Yucatán. Die neu „entdeckten“ Hochkulturen und die reichlichen Goldgegenstände machen die tierra firme, das Festland, für die Spanier interessant. In den Jahren 1519 bis 1521 gelingt es Hernán Cortés, das so genannte Azteken-Reich mit Hilfe zahlreicher indigener Verbündeter zu stürzen. Das heutige Mexiko wird zum Vizekönigreich Neuspanien. Siehe dazu Spanische Eroberung Mexikos.
Im Jahre 1810 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt, die einen langen Krieg nach sich zog, der 1821 zur endgültigen Unabhängigkeit führte. Erstes Staatsoberhaupt der jungen Nation war Agustín de Iturbide, der das Land ab 1822 als Kaiser regierte. Bereits 1823 musste er nach einem Militäraufstand abdanken und Mexiko wurde zur Republik. Bald verlor das mexikanische Gebiet an Größe, durch Verkauf an und durch die Invasion der USA (siehe auch Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).
In den 1860ern stand das Land unter der Besetzung durch Frankreich, das in dieser Zeit den Kaiser Maximilian I. (Habsburg) einsetzte. Präsident Benito Juárez, der mit Hilfe der USA die Franzosen aus dem Land vertrieb, beendete endgültig die Ära des mexikanischen Kaiserreiches durch die Hinrichtung Maximilians.
Die lange Diktatur Porfirio Díaz' führte 1910 zur Mexikanischen Revolution und 1911 zu seinem Rücktritt. Die revolutionären Kräfte besiegten die Armee, verloren sich aber in internen Streitereien, die das Land 20Jahre lang in ständiger Unruhe hielten. Am Ende der Revolution kontrollierte die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) das Land bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.
Mexiko war das einzige Land (von 17 Mitgliedern eines „Völkerbundsrates“), das am 19. März 1938 den Anschluss Österreichs durch Deutschland laut mit Protest belegte und damit auf weltweiter Ebene frühzeitig Flagge gegen die Nationalsozialisten zeigte (siehe Walter Truckenbrodt, dort genanntes Werk Seite 144). Mexiko wies auf die Folgen für den (Welt-)Frieden hin, wenn die Pflichten aus der Völkerbundssatzung und aus dem internationalen Recht nicht eingehalten werden. Der Autor Truckenbrodt, später ein sehr hoher Beamter in der Bundesrepublik Deutschland, mokierte sich 1941 darüber. Aus Anerkennung für diese Tat wurde in Wien ein Straßenabschnitt mit dem Namen Mexikoplatz benannt.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Mexikos
[Bearbeiten] Der Name Mexiko
Das Land ist nach der Hauptstadt der Azteken, Mexico-Tenochtitlan (jetzt Mexiko-Stadt), benannt. Für die Herkunft der Bezeichnung Mexico gibt es verschiedene Erklärungen. Nach einer Erklärung stammt der Teil Me von metl, was die Agavenpflanze (auch: Maguey) bezeichnet, und der Teil xi von xictli (Nabel). Das co beziehungsweise ko im Namen ist einfach ein Ortssuffix. Zusammengesetzt ergäbe dies: „Der Platz, wo der Nabel (der Mittelpunkt) der Maguey liegt“. Eine andere Erklärung leitet Mexico vom Kriegsgott Mexitli her, dessen Name sich wiederum aus metztli (Mond) und xictli (Nabel) zusammensetzt („Mondnabel“).
Alle diese Wörter sowie viele weitere geographische Namen basieren in ihrer lateinischen Schreibweise auf der (kastilischen) Transkription der Spanier, der ersten Europäer dort. Sie schrieben den /ʃ/-Laut (deutsch: sch) der Nahuatl-Sprache wie damals bei ihnen üblich als x. Seither hat sich die Aussprache des Spanischen allerdings gewandelt und das alte x wird /x/ (deutsch: ch (nach a, o, u)) ausgesprochen – ebenso wie j und g (vor e, i), die einstmals /ʒ/ (französisch: j) lauteten. In der Folge werden nun alle diese Wörter mit j oder g geschrieben (beispielsweise wird Don Quixote zu Don Quijote) und x klingt ähnlich wie ch im Deutschen. Namen wurden allerdings wie auch bei anderen vergleichbaren Vorgängen anderswo nur teilweise (vgl. beispielsweise Celle) an die neue Buchstaben-Laut-Zuordnung angepasst. Trotzdem findet sich in spanischen Texten auch die Schreibweise Méjico statt México. In Mexiko selbst wird meist Wert auf die Schreibung mit x gelegt, da sie als eigene, nicht koloniale Schreibung gilt. Die königlich-spanische Akademie (Real Academia Española), die für die Festlegung der spanischen Orthographie zuständig ist, lässt beide Schreibweisen zu. Daneben wird das x teilweise, etwa in „Xola“ und in „Xochimilco“, als /ʃ/ beziehungsweise /s/ ausgesprochen (etwa „Schola“ beziehungsweise „Sotschimilko“).
Auf Deutsch müsste es vom Original (heute: Mexihco, /mɛː.ɕɪʔ.kɔ/) her also eher „Mäschiko“, „Määschiko“ oder „Mähschiko“ und von der aktuellen Aussprache eher „Mächiko“ (oder „Mähchiko“) heißen, wobei das deutsche ch nach ä, e und i üblicherweise /ç/ gesprochen wird und somit dem mexikanischen x in diesem Kontext entspricht. Beide spanischen Schreibweisen (México und Méjico) erfordern von den meisten nicht spanischsprachigen Lesern zusätzliches Wissen zur Aussprache, da x und j in den meisten Sprachen für andere Laute stehen.
[Bearbeiten] Politik
Mexiko ist seit 1917 eine präsidiale Bundesrepublik. Die Verfassung von 1917 wurde zuletzt im Jahr 1994 geändert.
Der Präsident steht im Mittelpunkt des mexikanischen Institutionensystems und wird für eine einzige Amtszeit von sechs Jahren, sexenio genannt, direkt gewählt.
Das Parlament (Congreso de la Unión) besteht aus Abgeordnetenhaus (Cámara Federal de Diputados) (500 Mitglieder) und Senat (Senado) (128 Mitglieder). Die Wahl erfolgt alle drei beziehungsweise sechs Jahre.
Mexiko wurde von 1929 bis 2000 von ein und derselben Partei regiert: der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Seit dem 1. Dezember 2006 ist Felipe Calderón (PAN) Präsident von Mexiko.
Während der Regierungszeit der PRI bestand lange Zeit keine klare Trennung zwischen den Institutionen des Staates und jenen der „offiziellen Partei“, das heißt der PRI. So unterstand etwa auch die Organisation von Wahlen der PRI. Dies führte zu zahlreichen Berichten über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl wie beispielsweise Fälschung von Wahllisten, mehrfacher Stimmabgabe, Stimmenkauf, Kontrollen der Stimmabgabe, Wahlurnenraub und unkorrekter Stimmenauszählung. Seit 1990 ist das überparteiliche Instituto Federal Electoral (IFE) für die Vorbereitung und Durchführung von Wahlen zuständig.
Mexiko erlangte während des Faschismus für Europäer große Bedeutung als Exilland.
Seit dem 9. Dezember 2005 ist in Mexiko die Todesstrafe offiziell abgeschafft.
Korruption ist weit verbreitet. Nach einer Studie von Transparency International wurden 2005 1,5 Mrd. Euro Schmiergelder gezahlt, wobei die Bestechungszahlungen von Unternehmen an Geschäftsleute und an ranghohe Politiker noch nicht berücksichtigt sind.[4]
[Bearbeiten] Militär
Mexiko verfügt über eine Freiwilligenarmee mit etwa 175.000 Angehörigen. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Streitkräfte:
Die Militärausgaben umfassen 0,9 Prozent des Bruttosozialprodukts, was insgesamt einem Volumen von jährlich ca. 6 Milliarden Dollar entspricht.
Die mexikanischen Streitkräfte verfügen über etwa 100 leichte Kampfflugzeuge, 250 Spähpanzer, 3 Zerstörer, 8 Fregatten sowie rund 100 Patrouillenbooten.
In der Vergangenheit setzte Mexiko seine Armee vor allem in den Kriegen mit den USA (→ siehe Geschichte Mexikos) und in den 70er Jahren beim Kampf gegen diverse Rebellengruppen ein. Seit Januar 2007 wird das Militär auf Geheiß Felipe Calderons auch in den Kampf gegen die Drogenmafia mit eingebunden, da die Polizei als zu unzuverlässig gilt. So übernimmt sie vielerorts die Überwachung der Landstraßen und war beispielsweise an der Verhaftung des Drogenbarons und früheren Polizisten Ricardo Estrada Pérez beteiligt.
[Bearbeiten] Grenzpolitik
Der Grenzübergang zwischen Mexiko und den USA steht aufgrund des Wohlstandsgefälles zwischen den beiden Staaten im besonderen Blickpunkt der Behörden. Bei einem Treffen zwischen Präsident Vicente Fox und dem US-Präsidenten George W. Bush am 7. März 2004 wurde vereinbart, dass Mexikaner, die häufig in die USA reisen, von den strengen Grenzkontrollen (Fingerabdrücke, Fotografien) bei der Einreise in die USA teilweise auslassen werden. Diese Bestimmungen wurden von Washington nach eigenen Angaben vor allem zum Schutz vor terroristischen Anschlägen eingerichtet. Die USA kämpfen seit langem gegen den unrechtmäßigen Aufenthalt mexikanischer Bürger in den USA.
Ein weiterer Streitpunkt mit den USA ist die Auslieferung von Gefangenen: die mexikanische Verfassung nennt in ihrem Artikel 18 als zulässigen Zweck von Bestrafung einzig die Rehabilitation von Kriminellen. Der mexikanische oberste Gerichtshof hat daher die Auslieferung von Gefangenen an Länder verboten, in denen ihnen die Todesstrafe oder eine lebenslängliche Haft ohne Aussicht auf Freilassung droht. Dies ist in den meisten Bundesstaaten der USA der Fall, wodurch der alte „Brauch“ von in den USA gesuchten Verbrechern, nach Mexiko zu fliehen, einen neuen Auftrieb erhalten hat.
[Bearbeiten] Präsidentschaftswahl vom 2. Juli 2006
Am 2. Juli 2006 fanden in Mexiko Präsidentschaftswahlen statt.
Siehe auch: Präsidentschaftswahl in Mexiko 2006
[Bearbeiten] Bundesstaaten
Mexiko besteht aus 31 Bundesstaaten (Estados), die jeweils von einem Gouverneur geleitet werden, und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal), der die Hauptstadt umfasst:
Die Bundesstaaten sind in Municipios aufgeteilt und der Bundesdistrikt in 16 Delegaciones.
Siehe auch: Liste mexikanischer Staaten nach Einwohnerzahl und Fläche
[Bearbeiten] Wirtschaft
[Bearbeiten] Allgemeines
Die Volkswirtschaft von Mexiko erreichte 2002 mit etwa 640 Mrd. US$ den 10. Platz in der Weltrangliste und ist damit führend in Lateinamerika[5]. Mexiko belegt momentan Rang 8 der Export-Weltrangliste.
Das Bruttoinlandsprodukt (571 Milliarden Euro, bei 37,73 Millionen Beschäftigten im Jahr 2004) teilt sich auf in:
- Landwirtschaft: Vier Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 18 Prozent der Beschäftigten
- Industrie: 27,2 Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 24 Prozent der Beschäftigten
- Dienstleistung: 68,8 Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 58 Prozent der Beschäftigten
Mexikos Wirtschaft wurde in den letzten Jahren stark dereguliert und privatisiert. Die Dominanz privater Firmen wächst ständig und die Privatisierung von Eisenbahn, See- und Flughäfen geht ihrem Ende entgegen, ebenso wie die weitere Privatisierung der Banken. Die Liberalisierung des Energiesektors schreitet weiter voran. In den Bereichen Telekommunikation und Petrochemie stehen noch Reformen aus. Die Maquiladora-Industrie verstärkte ihre Position in der mexikanischen Wirtschaft und dominiert vor allem den Textilsektor.
| Landwirtschaft: | Herstellung von: Mais, Weizen, Sojabohnen, Reis, Bohnen, Wolle, Kaffee, Früchte, Tomaten; Rindfleisch, Geflügel, Milchprodukte, Holzprodukte. |
| Industrie: | Herstellung/Gewinnung von: Nahrung und Getränken (Wein, Tequila), Tabak, Chemikalien, Eisen und Stahl, Erdöl, Baustoffe, mineralische Rohstoffe, Textilien, Kleidung, Kraftfahrzeuge, Verbrauchsgüter, Tourismus |
| Exporte: | Produzierte Waren, Ölprodukte, Silber, Früchte, Gemüse, Avocado, Kaffee, Wolle, Alkohol, Tabak |
| Exporte nach: | USA 81%, Kanada 5,9%, Japan 1,1% (2004); $188,6 Milliarden fob (2004) |
| Importe: | Metallverarbeitende Maschinen, Fabriken (Teile) zur Stahlverarbeitung, Maschinen für die Landwirtschaft, elektrische Ausrüstung, Autoteile, Maschinen, Flugzeuge und Flugzeugteile |
| Importe aus: | USA 65,8%, Deutschland 3,8%, Volksrepublik China 3,7% (2004); $197,1 Milliarden fob (2004) |
Quellen: CIA World Factbook, Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Mexiko
[Bearbeiten] Außenhandel
Mittlerweile hat Mexiko 32 Freihandelsabkommen mit über 40 Ländern unterzeichnet, unter anderem mit der EU (seit 2000), Japan, Guatemala, Honduras und El Salvador. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mexiko Mitglied des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). In den ersten Jahren nach dessen Inkrafttreten hatte sich die wirtschaftliche Situation des Landes nur unwesentlich verbessert. Seit Beginn des Freihandels sind die Ausfuhren bis heute um das Dreifache gestiegen, und mittlerweile entfallen 90 Prozent der mexikanischen Exporte auf Freihandelsabkommen.
Allein die USA nehmen 75 Prozent der Exporte Mexikos ab. 80 Prozent der Exporte entfallen auf Industrieerzeugnisse, 15,6 Prozent auf Rohöl und Raffinerieprodukte sowie 3 Prozent auf landwirtschaftliche Produkte[6]. Der höchste Zuwachs wird bei den Erdölausfuhren verzeichnet. Bedingt durch die stark gestiegenen Ölpreise konnte ein Wachstum von 27,3 Prozent verzeichnet werden. Jedoch gelang es, in den vergangenen Jahren, den Export zu diversifizieren. So haben die Automobilindustrie, Elektronik, der Tourismus und die Maquila-Fabriken in zollfreien Zonen an Bedeutung zu genommen[7].
[Bearbeiten] Energiewirtschaft
Mexikos Energieerzeugung ist heute noch bis zu 70 Prozent vom Rohöl abhängig. Schätzungen gehen bis 2020 von einer Steigerung des Stromverbrauchs von jährlich 3,2 bis 5,6 Prozent aus.
Die installierte Kapazität zur Stromerzeugung beträgt 49 GW (2006). 73,6 Prozent der installierten Kapazität ist thermisch, 21,6% Wasserkraft, 2,8% Kernenergie und 2% geothermisch [8].
Die Bruttostromerzeugung betrug 223,6 TWh (2006): 78,6% aus konventionellen thermischen Kraftwerken, 13,6% aus Wasserkraft, 4,9% Kernenergie und 3% aus geothermischen Quellen. [8] Der größte Lieferant von Ausrüstungen zur Energieerzeugung in Mexiko ist Siemens[9].
Mexiko hat ein hohes Potenzial für die Nutzung erneuerbarer Energien, speziell Windkraft und Solarenergie[10].
Auch die Produktionsausweitung von Bioethanol als Treibstoff für Autos ist eine Option, wobei zu berücksichtigen ist, dass bereits heute nicht genügend Mais aus heimischer Produktion für die Ernährung der Bevölkerung zur Verfügung steht. Als Rohstoff für die Bioethanolherstellung wird daher Melasse aus der Zuckerindustrie bevorzugt. Das Produktionspotenzial wird auf 56 Millionen Liter pro Jahr geschätzt, der zukünftige Verbrauch auf 164 Millionen Liter[11].
Das staatliche Monopolunternehmen Comisión Federal de Electricidad ist für die Erzeugung und die Verteilung der elektrischen Energie zuständig.
[Bearbeiten] Erdölwirtschaft
Hauptartikel: Erdölwirtschaft in Mexiko
Der Erdölsektor nimmt eine zentrale Rolle für die mexikanische Wirtschaft ein. Die Einnahmen aus dem Erdölexport belaufen sich auf 10% der mexikanischen Exporterlöse[12].
Mexiko ist der sechstgrößte Produzent von Erdöl weltweit und die zehntgrößte Öl-Exportnation (2007). Nach den USA rangiert Mexiko in der westlichen Hemisphäre auf Rang 2, knapp vor Kanada. Das staatliche Erdölunternehmen PEMEX ist das größte mexikanische Unternehmen mit knapp 140.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 100 Mrd. US$ (2006).
[Bearbeiten] Automobilindustrie
Die Automobilindustrie (OEM- und Zulieferindustrie) in Mexiko trägt mit 3% zum gesamt BIP, mit 17,3% zur produzierenden Industrie und mit 21,4% zu den Exporten bei und beschäftigt 13% der Arbeiter in Mexiko (davon sind 84% in der Zulieferindustrie und 16% in der Kfz-Herstellung tätig)[13].
Das Unternehmen Ford investiert 2 Milliarden US$, um das Modell Ford Fiesta in Mexiko zu produzieren. Hierdurch werden ca. 30.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern und bei Ford selbst geschaffen[14].
Viele der in Mexiko produzierten Fahrzeuge werden in die USA und nach Kanada verkauft. So errichtete Toyota ein Werk ab 2004 direkt an der Grenze zu den USA[15], in dem 50.000 Pickups pro Jahr produziert werden[16].
General Motors de Mexico, S. de R. L. de C.V. ist mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden US$ der größte Automobilhersteller in Mexiko und das neuntgrößte Unternehmen des Landes. General Motors ist seit 1935 in Mexiko aktiv und besitzt heute Fabriken in Toluca, Silao, Guanajuato, Ramos Arizpe, Coahuila und in Mexico-Stadt. GM montiert in Mexiko verschiedene Modelle für den einheimischen Markt und für den Export weltweit. GM Mexiko verkauft in Mexiko die Marken Chevrolet, Pontiac, Cadillac, Saab und Fiat.[17]
Nissan Mexicana S.A. de C.V. produziert seit 1966 Fahrzeuge und Fahrzeugteile in Mexiko und importiert Nissan-Fahrzeuge aus anderen Ländern (z.B. aus Brasilien) für den mexikanischen Markt. Die Firma wurde 1961 gegründet, die Hauptverwaltung (ca. 450 Mitarbeiter[18]) ist in Mexiko-Stadt.[19].
Mit 9000 Mitarbeitern rangierte das Unternehmen 2006 an Platz 16 der größten Unternehmen Mexikos. Die Ausbringung betrug 2007 496.000 Fahrzeuge, 214.000 Fahrzeuge wurden in Mexiko verkauft (Marktanteil 19,5%)[20].
Volkswagen de Mexico betreibt seit 1964 ein Fertigungswerk in Puebla, in dem ca. 15.000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Ungefähr 80% der dort jährlich produzierten 300.000 Fahrzeuge werden exportiert[21]. In dem Werk wurde noch bis 2003 der VW Käfer gebaut. Auch heute noch sind ca. 30% der Autos in Mexiko VW Käfer[22].
[Bearbeiten] Landwirtschaft
Der Beitrag der Landwirtschaft zum BIP Mexikos ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen und beträgt jetzt (2006) 3,9%, während der Beitrag 1980 noch 7% betrug[23] und 25% im Jahr 1970[24].
Trotzdem sind noch 18% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig (2003), von denen viele im Rahmen der Subsistenzwirtschaft Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf anbauen.
[Bearbeiten] Landwirtschaftliche Produkte
Obwohl Mais das typische Grundnahrungsmittel in Mexiko ist, liegt der Schwerpunkt der Landwirtschaft in Mexiko im Bereich Gartenbau, Südfrüchte und Gemüse. Im Zuge der Realisierung des Freihandelsabkommens NAFTA wurde allgemein erwartet, dass sich viele der mexikanischen Maisanbauer arbeitsintensiveren Produkten zuwenden würden, z.B. Obst, Nüsse, Gemüse, Kaffee und Zuckerrohr[25].
Die Produktionsmenge an Mais ist stabil bei ca. 20 Millionen Tonnen per Jahr geblieben und auch heute noch ist Mexiko der viertgrößte Maisproduzent der Welt[26].
Die für den Kartoffelanbau zur Verfügung stehende Fläche ist seit 1980 kaum verändert, allerdings ist die Ausbringung pro Hektar inzwischen auf das Dreifache gewachsen. Der pro Kopf Verbrauch an Kartoffeln liegt bei 17 kg pro Jahr, verglichen mit 400 kg bei Mais[27]. Im Durchschnitt sind die Produktionsbetriebe für Kartoffeln größer als die Farmen für andere landwirtschaftliche Produkte[28].
Auf circa 160.000 kleinen und mittelgroßen Farmen wird Zuckerrohr in 15 Staaten Mexikos angebaut, zurzeit sind 57 Zuckerfabriken in Betrieb. Die mexikanische Zuckerindustrie ist gekennzeichnet durch hohe Produktionskosten und einen Rückstand bei den Investitionen. Die Zuckerproduktion Mexikos ist größer als der Inlandsverbrauch[29]. 2005 stand Mexiko mit einer Produktion von 45.127.000 t an Platz 6 der wichtigsten Zuckerrohr produzierenden Länder[30].
[Bearbeiten] Haushalt
Die Haushaltslage ist fast ausgeglichen und die Verschuldung konstant. Der Außenhandel weist ein Defizit von etwa 7,1 Mrd. Euro auf. Das wirtschaftliche Wachstum liegt bei 4,9% (BIP 2004) und die Arbeitslosenquote bei 4,3%. Es besteht jedoch eine starke Unausgewogenheit in der Reallohn-Verteilung. So leben etwa 40% (2003) der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die Inflationsrate beträgt 4,0% (2004).
[Bearbeiten] Wirtschaftskennzahlen
Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in