Zeitgeist
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Als Zeitgeist werden die allgemein vorherrschenden intellektuellen Überzeugungen und Ideen, Meinungen und Lebensauffassungen einer Epoche bezeichnet, die das soziologische, kulturelle und religiöse Klima sowie Verhaltensregeln und Ethik einer Zeit oder Epoche bestimmen.
Ursprünglich handelte es sich jedoch um einen rein wissenschaftlichen Begriff. Bekannt wurde er durch eine Schrift des Philologen Johann Gottfried Herder, der Ausdruck wurde jedoch von dem Philosophen Christian Adolph Klotz in dessen Werk Genius seculi geprägt, das 1760 erschien. Herder kritisierte sowohl dessen Wortschöpfung als auch das dahinter stehende Konzept, nämlich die Eigentümlichkeiten einer Epoche mit Hilfe bestimmter Kriterien zu erfassen.[1]
Verwendet wurde eine ähnliche Bezeichnung durch Johann Wolfgang von Goethe im Faust. Der Tragödie erster Teil. Dort lässt Goethe durch seinen zynisch spöttelnden Aufklärer Mephisto den "Zeitgeist" als "Geist der Zeiten" so umschreiben (Faust I: 575-577):
"Was ihr den Geist der Zeiten heißt, / Das ist im Grund der Herren eigner Geist, / In dem die Zeiten sich bespiegeln."
„Die geistige Situation der Zeit“ ist der Titel, den im Jahr 1932 Karl Jaspers für seine Kulturkritik wählte, in der nicht ein Zeitgeist die Situation bestimmt, sondern die Vorgeschichte der von ihm betrachteten Gegenwart den Geist dieser Zeit erklärt[2].
Das deutsche Wort Zeitgeist ist als Lehnwort in die englische, niederländische, spanische und japanische übernommen worden. (Siehe auch: Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen)
[Bearbeiten] Literatur
- Michael Rutschky: Zeitgeistforschung. In: Die Tageszeitung. 22. März 2006, S.11.
- Verführt vom Zeitgeist: Interview mit Ralf Konersmann. In: Unizeit. 8. Januar 2005, S.2 (PDF; 0,3 MB ; Stand: 18. Mai 2007; Zeitgeist aus philosophischer Sicht).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Hermann Joseph Hiery: Zur Einleitung: Der Historiker und der Zeitgeist.
- ↑ Karl Jaspers: Die geistige Situation der Zeit, 1932, z.B. ISBN 3110164000 (Das kleine Buch kann auch als Beispiel eines Gerüstes für gegenwartsbezogene Kulturkritik dienen.)

